Glossar

A2A (Application-to-Application)

Interaktion zwischen IT-Anwendungen, die eine Automatisierung von strukturierten Kooperationsprozessen impliziert. Dies ist die typische Interaktionsmethode unter Computern, die im Allgemeinen über ein Datenkommunikationsnetz miteinander kooperieren.

ACH (Automated Clearing House)

Technologieplattform, die Nutzerbanken die Möglichkeit zum Austausch von Zahlungsaufträgen über automatisierte Abläufe auf der Grundlage gemeinsamer Geschäftsregeln gibt. Außerdem übernimmt das ACH das Clearing von Soll- und Haben-Positionen, die sich aus dem Austausch von Zahlungsströmen ergeben und ermittelt dabei die Salden (bilateral oder multilateral), die anschließend buchhalterisch abgewickelt werden müssen. Das ACH übernimmt also keine Abwicklungsfunktionen.

Acquirer

Unternehmen oder Banken, die mit Händlern einen Vertrag über das Akzeptieren einer bestimmten Zahlungskarte abschließen. Der Acquirer ist für jeden Schritt der Verkaufstransaktion zuständig, von der Anforderung bis zur Transaktion selbst. Er übernimmt in den unterschiedlichen inländischen und internationalen Systemen die Rolle des Intermediärs zwischen dem Händler und dem Ausgeber des Zahlungsinstruments.

Aufsicht

Sammlung von Kontrollmaßnahmen der Finanzaufsicht, die sicherstellen soll, dass sich jedes Finanzunternehmen entsprechend der Regeln verhält.

Banken und Broker

Finanzvermittler, die im Auftrag ihrer Kunden (Unternehmen, Behörden oder natürliche Personen) auf Handelsplätzen aktiv sind und dabei das Ziel verfolgen, den Wert der ihnen von Kunden anvertrauten Vermögenswerte zu steigern.

Bestmögliche Ausführung

Die Pflicht von Brokern, für ihre Kunden die vorteilhafteste Ausführung von Aufträgen sicherzustellen. Eine bestmögliche Ausführung verlangt von Brokern, für eine Transaktion den besten Preis in möglichst kurzer Zeit zu finden. Im Grunde genommen handelt es sich dabei um eine Vorsichtsmaßnahme, die sicherstellen soll, dass die Interessen der Anleger stets gewahrt bleiben.

Big data

Die Gesamtheit an Daten, die gespeichert und/oder verarbeitet werden soll und die ein derart großes Volumen und/oder derart viele unterschiedliche Formate aufweist und/oder derart schnell zunimmt, dass dafür nicht-konventionelle Software (Big-Data-Technologie) eingesetzt wird, um mit vertretbarem Zeitaufwand Informationen zu extrapolieren, zu verwalten und zu verarbeiten.

Bookbuilding

Werkzeug zur Zusammenarbeit, verfügbar für PC, Tablet oder Smartphone, mit dem ein Bankenkonsortium Aufträge sammeln und den Preis des Finanzinstruments eines Emittenten (Unternehmen oder öffentliche Institution) bestimmen kann, der am Ende des IPO-Prozesses (Initial Public Offering) an einem Handelsplatz notiert wird.

Business Continuity

Fähigkeit von Unternehmen, auf Schadensereignisse zu reagieren, die ihr Überleben oder ihren Ruf gefährden, wobei alle geltenden Regulierungsvorschriften und Verträge mit Kunden eingehalten werden. Ein Business Continuity Governance System umfasst Verhaltensregeln, Prozesse und Weisungsketten sowie die technischen, logistischen und Disaster Recovery Infrastrukturen zum Umgang mit Notfällen und Krisen. 

Clearing

Vorgang, bei dem eine Organisation als Intermediär auftritt und in einer Transaktion die Rolle von Käufer wie Verkäufer übernimmt, um Transaktionen zwischen den beteiligten Parteien abzugleichen. Clearing ist erforderlich, um alle Kauf- und Verkaufsaufträge am Markt zusammenzuführen. Es schafft reibungslosere und effizientere Märkte, da alle Parteien Transfers zum Clearing-Anbieter vornehmen können statt zu jeder einzelnen Partei, mit der sie Transaktionen vorgenommen haben.

Compliance

Stellt die Einhaltung aller geltenden Gesetze, Regeln und Vorschriften in Brokerfirmen, Banken oder Finanzinstituten sicher. Abhängig vom Geschäft des Finanzinstituts können diese Pflichten von der Kontrolle der Handelsaktivität, der Verhinderung von Interessenkonflikten und der Einhaltung von Regulierungsvorschriften für Brokerfirmen bis zur Bekämpfung von Geldwäsche reichen.

CSDR

Verordnung der Europäischen Kommission mit dem Hauptziel, die Sicherheit und Effizienz von Wertpapierabwicklungen und der Infrastruktur zu erhöhen, einige Elemente wie Abwicklungszyklus und Abwicklungsdisziplin zu harmonisieren und einen Satz von einheitlichen Anforderungen für CSDs zu definieren, die Wertpapierabwicklungssysteme in der EU betreiben. 

CSM - Clearing and Settlement Mechanism

Technologieplattform, die neben den Funktionen eines ACH auch die buchhalterische Abwicklung von Haben- und Soll-Positionen unter Nutzerbanken ermöglicht (Settlement/Abwicklung). Die Abwicklung erledigt somit die wechselseitigen Verpflichtungen, die sich beim Clearing-Prozess zwischen den Teilnehmern ergeben. Der Ausdruck „Clearing and Settlement Mechanism“ bezieht sich nicht unbedingt auf eine einzelne Gesellschaft.  So ist es möglich, dass die Funktionen Austausch von Zahlungsströmen und Abwicklung von unterschiedlichen Parteien übernommen werden. 

CUG (Closed User Group - geschlossene Nutzergruppe)

Gruppe von Nutzern, die untereinander nach einheitlichen Governance-Regeln und mit standardisierten technischen Verfahren interagieren. Die Teilnahme daran ist kontrolliert und die Verwendung der einheitlichen Verfahren außerhalb der Nutzergruppe nicht zulässig/möglich.

e-Wallet

Mobile Anwendung für virtuelle Geldbörsen, mit denen Verbraucher unterschiedliche Fernzahlung- und Nahzahlungsdienste in Zusammenhang mit Treue- und Rabattprogrammen nutzen können.

ELMI (eMoney Institution - E-Geld-Institut)

Gesellschaft mit der Berechtigung, die Zahlungsdienstleistungen anzubieten, die in Gesetzesdekret 11/2010 geregelt sind, was auch die Ausgabe von elektronischem Geld umfasst. In Italien wird die Genehmigung zur Ausgabe von elektronischem Geld von der Banca d'Italia gewährt; zuvor verifiziert sie, dass die Gesellschaft bestimmte Anforderungen hinsichtlich Grundkapital, Organisationsstruktur, Zusammensetzung der Unternehmensführung und Aufsichtsgremien sowie Arbeitsabläufen erfüllt. 

Emittent

Zu einem System gehörende Gesellschaft, die Karten oder andere Zahlungsinstrumente ausgibt und für die Beziehung zum Inhaber zuständig ist.

EMV

Interoperabilitätsstandard, der von Europay, MasterCard und Visa für Transaktionen über Karten mit Mikrochip-Technologie entwickelt wurde. Der Standard ermöglicht sichere Zahlungstransaktionen an POS-Terminals und Barabhebungen an Geldautomaten.

Esma (European Securities and Market Authority – Europäische Wertpapieraufsichtsbehörde)

Eine am 1. Januar 2011 etablierte europäische Institution mit der Aufgabe, die Finanzmarktvorschriften, die von jedem Mitgliedsstaat der Europäischen Gemeinschaft über die nationale Finanzaufsicht angewendet werden müssen, effektiv und homogen zu gestalten.

ESMIG (Eurosystem Single Market Infrastructure Gateway)

Eine einzelne Schnittstelle, über die die Zentralbanken, Geschäftsbanken und Zentralverwahrer auf die vom Eurosystem angebotenen T2-, T2S-, TIPS- und ECMS-Dienste zugreifen können.

Handel

Ausführung eines Kauf- oder Verkaufsauftrags über ein Finanzinstrument auf einem Handelsplatz mit definiertem Kurs und Volumen.

HCE (Host Card Emulation)

Mobile NFC-Zahlungslösung, die eine Virtualisierung von Zahlungskarten in Smartphones ermöglicht, unabhängig vom Netzbetreiber.

IOSCO (International Organization of Securities Commission)

Internationales Gremium, in dem Wertpapieraufsichtsbehörden aus aller Welt zusammenkommen. Die IOSCO entwickelt international anerkannte Standards für die Wertpapieraufsicht, setzt sie um und fördert ihre Einhaltung.

Kapitalmärkte

Ermöglichen den Kauf und Verkauf von Finanzinstrumenten wie Eigenkapitalinstrumente (Aktien) und Schuldpapiere (Anleihen). 

Marktmissbrauchsverordnung

Verordnung mit dem Ziel, bekannte Fehlverhaltensmuster zu klassifizieren und zu identifizieren, die auf dem Einsatz von Techniken basieren, durch die der Kurs eines Finanzinstruments aus spekulativen Gründen ungewöhnlich weit nach oben getrieben wird; die Verordnung gilt für alle Arten von Handelsplätzen.

Merchant/Händler

Unternehmen, das mit dem Acquirer einen Vertrag darüber abgeschlossen hat, in seinen physischen und/oder virtuellen Geschäften die zu einem Kreditkartensystem gehörenden Zahlungskarten zu akzeptieren.

MiFID II

Sammlung von Richtlinien der ESMA, die berücksichtigt werden müssen, wenn eine Börse oder ein Börsenmitglied über einen Finanzmarkt aktiv ist. Die MiFID II ist am 3. Januar 2018 in Kraft getreten. 

Nabe und Speiche

Architekturmodell (Topologie) eines Datenkommunikationsnetzes mit einer zentralen Schaltstelle für den gesamten Netzverkehr zwischen zwei Gegenparteien.

Nabe und Speiche

Architekturmodell (Topologie) eines Datenkommunikationsnetzes mit einer zentralen Schaltstelle für den gesamten Netzverkehr zwischen zwei Gegenparteien.

NFC (Near Field Communication)

Standard zur drahtlosen Kommunikation über kurze Entfernungen. NFC-Technologie wird vor allem für mobiles Bezahlen, Zugangskontrollen und Virtualisierung von digitalen Eintritts- und Fahrkarten eingesetzt.

NSP (Network Service Provider)

Dienstleister, der von einem Application Services Operator offiziell autorisiert wurde, für seine Kunden Zugang zu den zentralen Technologieplattformen des Application Services Operator bereitzustellen. Der NSP muss also in der Lage sein, auf seiner Netzinfrastruktur die Anwendungsdienste gemäß den technischen und Sicherheitsspezifikationen des Application Services Operator zu unterstützen; das Ziel dabei ist, die End-to-End-Anforderungen bis zum finalen Kunden des Dienstes zu garantieren.

P2B (Person-to-Business)

Direkter Geldtransfer zwischen Privatpersonen und Unternehmen über mobile Zahlungslösungen in physischen und virtuellen Geschäften.

P2P (Peer-to-Peer)

In der Informationstechnologie bezeichnet der Ausdruck Peer-to-Peer ein logisches Architektur-Modell für ein Computernetz, in dem die Knoten nicht hierarchisch mit festen Clients und Servern organisiert sind, sondern in Form von gleichwertigen (Peer-)Knoten, die als Client oder Server (Host) für andere Endknoten im Netz dienen können.

P2P (Person-to-Person)

Direkter Geldtransfer zwischen Privatpersonen über Smartphones (z.B. unter Freunden und Familienmitgliedern).

PCI DSS (Payment Card Industry Data Security Standard)

Der Datensicherheitsstandard für die Payment Card Industry (PCI DSS) wurde entwickelt, um den Schutz der Daten von Karteninhabern zu verbessern und die Einführung von global konsistenten Maßnahmen zur Datensicherheit zu erleichtern. Der Standard bietet eine Grundlage für technische und operative Anforderungen zum Schutz der Daten von Karteninhabern. PCI DSS gilt für alle Gesellschaften, die an der Verarbeitung von Zahlungskarten beteiligt sind, darunter Betreiber, Verarbeiter, Käufer, Emittenten und Service-Provider, ebenso wie für alle anderen Gesellschaften, die in die Speicherung, Verarbeitung oder Übertragung von Karteninhaberdaten und/oder sensiblen Authentifizierungsdaten involviert sind.

PE-ACH (Paneuropäisches Automated Clearing House)

CSM, der Börsen- und Abwicklungsdienstleistungen für Zahlungen nach SEPA-Verfahren anbietet und die volle SEPA-Erreichbarkeit für alle Banken garantiert. Ein Automated Clearing House (ACH), bei dem es sich um ein paneuropäisches Clearinghouse oder einen Teil davon handelt, sprich ein Clearing-System auf SEPA-Ebene, das unabhängig von einzelnen inländischen Märkten und in der Lage dazu ist, die Erreichbarkeit aller Banken in Übereinstimmung mit SEPA-Verfahren zu gewährleisten; es kann von jeder Bank im SEPA-System auf der Grundlage seiner Gebühren und Dienstleistungen ausgewählt werden.

Post Trading

Prozess der Übertragung, dem Abgleich und in manchen Fällen der Bestätigung von Transferaufträgen, einschließlich der Saldierung von Aufträgen und der Berechnung von endgültigen Positionen für die Abwicklung. Bei Futures und Optionen bezieht sich dieser Begriff auf die tägliche Saldierung von Gewinnen und Verlusten und die tägliche Berechnung von Sicherheiten-Anforderungen.

RTGS (Real Time Gross Settlement)

System für Brutto-Abwicklung in Echtzeit. „Brutto“ bedeutet in diesem Zusammenhang: Die aus den Systemen der Banken und der Zentralbank stammenden Zahlungsaufträge werden durch das System einzeln und im selben Moment, in dem sie aufgegeben werden, abgewickelt; die Bedingung dabei ist, dass auf dem Konto des Auftraggebers genügend Geld oder Kredit vorhanden ist.

SCT (SEPA Credit Transfer)

Basis-Zahlungsinstrument für die Ausführung von nicht dringlichen Banktransfers in Euro zwischen Kunden, deren Konten im SEPA-Gebiet geführt werden.

SEPA (Single Euro Payments Area)

Gebiet, in dem Bürger, Unternehmen, Stellen der öffentlichen Verwaltung etc. Zahlungen in Euro leisten und erhalten können, sowohl innerhalb von nationalen Grenzen als auch länderübergreifend und nach grundlegenden einheitlichen Bedingungen, Rechten und Pflichten, unabhängig davon, wo in der SEPA sie sich befinden. Das Ziel von SEPA ist, einen harmonisierten Markt für Zahlungen mit einheitlichen Zahlungsinstrumenten (Banküberweisungen, Lastschriften und Zahlungskarten) zu schaffen, die ebenso leicht und sicher genutzt werden können wie die des eigenen Landes. Nach der Einführung des Euro im Jahr 2002 war das Projekt der SEPA-Einführung der nächste große Schritt bei der Integration der europäischen Finanzmärkte.

SEPA Business to Business Direct Debit

Vom EPC entwickelte Variante des SEPA-Basisverfahrens Core Direct Debit, die Beziehungen regelt, bei denen beide Gegenparteien Unternehmen sind. Diese Dienstleistung unterscheidet sich in einer Reihe von Funktionen, die speziell auf die Anforderungen von Unternehmen abgestimmt sind, von der Basisvariante.

SEPA Core Direct Debit

Grundlegendes Zahlungsinstrument für Lastschriften in Euro im SEPA-Raum auf der Grundlage einer vorläufigen Vereinbarung (Mandat) zwischen Gläubiger und Schuldner, die eine automatische Belastung des Schuldnerkontos erlaubt. 

Sicherheitenmanagement

Methode, um Transaktionen gegen Sicherheiten zuzulassen und so das Kreditrisiko in unbesicherten Finanztransaktionen zu verringern. Ein Teil davon ist der Prozess, mit dem sichergestellt wird, dass der Marktwert von relevanten Sicherheiten dem erforderlichen Wert der Sicherheiten entspricht.

Sofortzahlungen

Elektronische Zahlungen im Einzelhandel, die an jedem Tag des Jahres rund um die Uhr verfügbar sind; der Empfänger bekommt Guthaben in Echtzeit (oder Fast-Echtzeit) gut geschrieben, und der Zahlende wird innerhalb von wenigen Sekunden informiert.

STEP2

Ein dem Typ PE-ACH (paneuropäisches Automated Clearing House) ähnliches System für Euro-Zahlungen im Einzelhandel. STEP2 macht für europäische Banken eine Plattform verfügbar, auf der höchste Standards für Zuverlässigkeit, Sicherheit und Belastbarkeit erfüllt sind; dies geschieht unter Einhaltung der globalen ISO-Standards auf der Grundlage von XML, was die vollständige Kompatibilität der EPC-Verfahren SCT und SDD garantiert. Die Plattform wird von EBA Clearing mit SIA als Technologiepartner betrieben.

T2S (TARGET2-Securities)

Die einheitliche Plattform des Eurosystems, die Zentralverwahrern und nationalen Zentralbanken die Möglichkeit gibt, grundlegende grenzenlose und neutrale Wertpapierabwicklungsdienste in Zentralbankgeld anzubieten. 

TIPS (TARGET Instant Payment Settlement)

Die vom Eurosystem entwickelte neue Dienstleistung für die Abwicklung von Sofortzahlungen wird es Zahlungsdienstleistern ermöglichen, Geldtransfers in Echtzeit und rund um die Uhr an 365 Tagen anzubieten. Die Einführung dieser Dienstleistung ist für November 2018 geplant.

U2A (User-to-application)

Methode der Interaktion zwischen natürlichen Personen und einer oder mehreren IT-Anwendungen. Dies ist die typische Methode der Interaktion für Personen, die über öffentliche oder private Netze beispielsweise mit einer Website interagieren.

Zentralverwahrer (Central Securities Depository - CSD)

Gesellschaft, die die Verarbeitung und Abwicklung von Wertpapiertransaktionen durch Buchungen ermöglicht. Sie bietet Depotdienstleistungen (also die Administration von Kapitalmaßnahmen und Rücknahmen) und spielt eine aktive Rolle bei der Sicherstellung der Integrität von Wertpapieremissionen.