02 03/2017 15:00

Pressemitteilung

Weltweite Umfrage: Fokus nationaler Zahlungssysteme richtet sich auf neue digitale Zahlungsdienstleistungen

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Mailand, 02. März 2017 – Die Entwicklung von neuen Zahlungsdienstleistungen sowie neuer Technologien hat bei den nationalen Zahlungssystemen derzeit höchste Priorität. Eine überwältigende Mehrheit der Anbieter favorisiert eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Die zwei am häufigsten genannten Maßnahmen sind hier das Teilen von technischen Standards sowie die gemeinsame Entwicklung technischer Lösungen.
 
Das sind die Ergebnisse einer aktuellen globalen Analyse von CC Associates, Consorzio BANCOMAT® und SIA, mit Unterstützung von der European Card Payment Association (ECPA), die sich mit den aktuellen Herausforderungen und Chancen für heimische und regionale Kartenorganisationen beschäftigt.
Die Umfrage wurde bei den Anbietern von 25 inländischen Kartensystemen aus fünf verschiedenen Kontinenten durchgeführt und auf der „2. Internationalen Konferenz über regionale Kartenorganisationen” in Mailand vorgestellt.
 
Gesamtaussichten der inländischen Systeme
 
Der neueste globale Bericht zeigt ein deutlich höheres Maß an Optimismus hinsichtlich der Zukunft von inländischen Systemen als noch in der Umfrage 2013-2014: Fast 70% schätzen ihre Perspektiven besser ein (verglichen zu 56% bei der vorherigen Umfrage), während nur 9% der Befragten ihre Situation als schlechter einschätzen (zwei Jahre zuvor waren es noch 32%). Trotz starkem Wettbewerb, spüren Anbieter inländischer Systeme klar, dass sie eine immer wichtigere Rolle spielen.
 
Prioritäten und Zuständigkeiten von inländischen Systemen
 
Hinsichtlich der Prioritäten und Aufgaben von inländischen Systemen wurde die Entwicklung neuer Dienstleistungen als höchste Priorität eingestuft: 56% der Systemanbieter bewerten dies als höchste Priorität und 44% immerhin als mittlere Priorität. Dies unterstreicht, dass die Anbieter erkennen, dass sie nicht weiterhin lediglich traditionelle Dienstleistungen offerieren können, welche den ursprünglichen Kern ihres Geschäfts ausmachen.
 
Die zweitgrößte Priorität ist Technologie (42%). Viele Zahlungssystemanbieter denken, dass sie durch die Entwicklung von eigenen Spezifikationen – insbesondere hinsichtlich der Tokenization – einen Wettbewerbsvorteil erlangen können. Einige Anbieter – speziell in Europa – argumentieren, dass die Compliance mit ständig wechselnden regulatorischen Anforderungen eine der wichtigsten Prioritäten ist, meistens wird dies jedoch als Bestandteil des alltäglichen Geschäfts angesehen.
 
Die Reaktion auf Wettbewerbsdruck durch Umsatzsteigerungen und oder Kostensenkungen wird als dritthöchste Priorität (25%) angesehen. Da die Zahlungsabwicklung in den meisten Märkten immer häufiger eine Art Basisdienstleistung darstellt und starke Konkurrenz im Kartenmarkt vorherrscht, sind sich die Anbieter bewusst, dass sie ihr Geschäft kontinuierlich verbessern müssen, um die Bedürfnisse ihrer Nutzer bedienen zu können.
 
Eine große Mehrheit der Zahlungssystemanbieter stellt sich darauf ein, ihr Geschäft über das reine Kartenbusiness hinaus zu erweitern. Viele sind der Meinung, dass die Akzeptanz von Mobiltelefonen zum Bezahlen bereits weitverbreitet ist und dass Zahlungssysteme sowohl mobiles Bezahlen als auch alle weiteren Formen von alternativem Bezahlen integrieren und anbieten müssen. Es herrscht die Auffassung, dass sich die Unterscheidung zwischen Karten und anderen Bezahlformen (wie zum Beispiel Überweisungen) zunehmend auflöst. Zudem sind die Kartensystemanbieter insgesamt in einer guten Position, um das Angebot um andere Zahlungsmethoden auszuweiten, anstatt durch diese ersetzt zu werden. So bemerkt ein Großteil der Anbieter auch, dass in einigen Märkten alternative Bezahlmodelle dazu führen, dass neue Systeme geschaffen werden und sie selbst riskieren, marginalisiert zu werden, wenn sie ihre Angebotspalette nicht ausweiten.
 
Nutzung von internationalen Standards
 
Während inländische Systemanbieter die Möglichkeit haben, ihre urheberrechtlich geschützten technologischen Standards zu entwickeln, wird EMV von fast allen Systemen (92%) genutzt und ist zudem in vielen Ländern von den Regulatoren vorgeschrieben. In Bezug auf den Chip Application Identifier (AID) gibt es weniger Einheitlichkeit.
Mit internationalen Sicherheitsstandards, wie etwa PCI, ist ein vergleichsweise hoher Anteil der Systeme konform (96%).
 
Kooperationen zwischen den Systemen
 
Nationale Zahlungssysteme sind in der Regel auf einen Einzelmarkt beschränkt, der ihnen erlaubt sich sehr zu fokussieren – dies kann im Gegenzug jedoch auch Ineffizienzen verursachen. Die Untersuchung zeigt, dass eine überwältigende Mehrheit der Zahlungssystemanbieter (92%) für größere grenzüberschreitende Kooperationen ist. Die Anbieter erkennen darin großes Potenzial.
 
Schaut man sich die Möglichkeiten zur Zusammenarbeit im Detail an, werden zwei Bereiche als wichtig erachtet: zum einen das Teilen von technischem Wissen und Standards, zum anderen die gemeinsame Entwicklung von technischen Lösungen wie Tokenization.
 
Die Regelung zur gegenseitigen Kartenakzeptanz wird ebenso als Bereich angesehen, in dem nationale Systeme aktiv kooperieren sollten. Einige Anbieter haben dieses Problem bereits durch bilaterale Vereinbarungen oder Kooperationen mit internationalen Partnern gelöst. Das Teilen der besten Handelspraxis wird von vielen Systemanbietern als sehr wichtig eingestuft. Darüber hinaus wird gemeinsame Lobby-Arbeit hinsichtlich der Regulierung unterstützt.
 
„Ich denke, dass die gestiegene Bereitschaft der nationalen Zahlungssystemanbieter untereinander zu kooperieren, eine stärkere Zukunftszuversicht bewirkt hat. Zudem werden Kollaborationen jetzt für wesentlich angesehen, wenn man relevant bleiben will. Die inländischen Systeme in Asien sind in dieser Hinsicht besonders fortgeschritten", sagt John Chaplin von CC Associates. „Es ist wahrscheinlich, dass wir neben der gestiegenen Kooperation im technischen Bereich und deren Akzeptanz auch einige Zusammenschlüsse von heimischen Systemen in Europa sehen werden. Und wir könnten beobachten, wie ein afrikanisches Multi-Domestic-Scheme Gestalt annimmt.”
 
„Inländische Kartensysteme waren weltweit grundlegend für das Aufkommen des elektronischen Zahlungsverkehrs. Ihre effiziente Kostenstruktur und die spezifischen Lösungen, die Anbieter von Kartensystemen ihren jeweiligen Kundengruppen anbieten, machen sie extrem relevant für die Entwicklung von neuen Zahlungsformen. SIA kann sie auf ihrem Weg zu Innovation und neuer digitaler Dienstleistungen perfekt unterstützen”, so Massimo Arrighetti, CEO von SIA.
 
„Die Evolution im Payment-Bereich berührt den Kern jedes Zahlungssystems: Anbieter müssen ihre Position im heimischen Markt, in dem sie aktiv sind, festigen, und die Zusammenarbeit mit anderen inländischen Systemen stärken. In diesem Szenario wird Kooperation zum Schlüsselwort, auf dem jede Form von Evolution basiert: Innovation, Technologie, Standard und Kommerzialisierung,” sagt Sergio Moggia, General Manager von Consorzio BANCOMAT®.

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